Po - April 2010

BerichtApril2010_02

Alles begann mit einem Kurzurlaub am 30.03.2002 im Po Delta, Bereich Porto Viro und Porto Tolle/Italien. Aufgrund der immer zahlreicheren Fangmeldungen von Wallern aus Italien entschloss ich mich mal den Po aus der Nähe zu betrachten. Also fuhr ich mit meiner Gattin und zwei Bekannten auf eine Besichtigungstour zum Po. Ich war sofort vom Fluss und der Umgebung fasziniert. Ende März war noch sehr viel Nebel am Fluss aber sobald der Nebel sich verzog konnte man den gewaltigen Strom mit seinen zahlreichen Buchten und Nebenflüssen bewundern.

Wir wohnten auf einem kleinen Bauernhof in der Nähe von Porto Tolle. Als ich das erste Mal morgens am Po de Gnocca stand, traute ich meinen Augen und Ohren nicht. Das Wasser "kochte" regelrecht und die Waller schmatzten sich die Bäuche voll. 

Es war ein Naturschauspiel, welches ich bis heute nicht mehr am Po erleben durfte. Am Steg in Porto Tolle trafen wir dann zwei "leicht" angeheiterte Angler, die zwei Waller am Steg angeleint hatten. Es war für mich die erste Begegnung mit einem Waller in der Größenordung von ca. 180 cm. 

Am nächsten Tag sahen wir uns die Umgebung des Po Deltas und einige Camps, wie auch das Wallerparadies von Bertl an.

Am Nachmittag des 01.04.2002 entschloss ich mich eine Guidingtour bei einem Camp zu unternehmen. Unter uns gesagt, ich hatte natürlich eine Wallerrute im Gebäck und plante das natürlich bereits vorher.

Ich fuhr in ein kleines Privatcamp in Pisana und der Besitzer "Harry" fuhr mit mir und meinem Freund für drei Stunden zum Guiding in den Gnocca.

Wir drifteten gerade ca. zehn Minuten am Wasser und Harry begann mit dem Wallerholz zu klopfen. Dabei zeigte er mir ein Wallerloch am Echolot. In diesem Moment tauchte meine Pose seitlich weg und verschwand in der Tiefe.

Voller Adrenalin setzte ich den Anschlag und spürte einen für mich damalig enormen Druck an der Angel. Nach kurzer aber heftiger Gegenwehr konnte ich meinen ersten Waller mit einer Länge von ca. 120 cm landen. Es war einfach unbeschreiblich als dieses wunderschöne Tier auf der Abhakmatte im Boot lag. Noch ein paar Fotos und dann durfte er wieder zurück in sein Element.

Ein weiterer Fisch blieb uns leider verwehrt aber von diesem Moment an war ich mit dem Wallervirus infiziert.

In den darauf folgenden Jahren kamen einige Trips an den Po in verschiedene Camps. Dabei konnte ich einige schöne Waller aus den Fluten zu einem Landgang bewegen. Leider blieb mir immer die magische Zweimetergrenze verwehrt. Ich muss aber auch zu meinem Leidwesen zugeben, dass ich zum Teil selber schuld war, da ich leider an der falschen Stelle sparte. Tackle und Zubehör !!

Von allen Camps die ich je besuchte, hatte es mir das Wallerparadies angetan, tolle Boote, gemütliche Apartments und eine tolle Flussstrecke mit vielen unterschiedlichen Bereichen. Ich verbrachte auch zwei Urlaube mit meiner Familie bei Bertl und wurde immer nett betreut. Auch liebe ich das Delta wegen der geringen Strömung und der Nähe zum Meer.

Da ich in Österreich in meiner Umgebung der Wallerfischerei aufgrund der zahlreichen, zum Teil unsinnigen Bestimmungen nur eingeschränkt nachgehen kann, blieb es meistens bei ein bis zwei Trips zum Po pro Jahr. Ebenso versuchte ich mein Glück in der Donau in Ungarn und auch diversen Seen. Nebenbei versuchte ich alles nur Erdenkliche über die Wallerfischerei und das Verhalten der Waller zu lernen. 

Mit der Zeit stellten sich dann kontinuierliche Fänge ein und ich war wohl am richtigen Weg.

An meinen zahlreichen Trips zum PO hatte ich leider auch ein wenig Pech mit Temperaturstürzen, sowie zweimal Laichzeit. Das soll aber keine Ausrede sein, ich war einfach zu wenig am Wasser, und nur wer auch viel Zei
t in die Wallerfischerei setzt, wird langfristig erfolgreich sein. Ich muss aber auch anfügen, dass meine Carp Personal Best ( 17, 19, 21 und 24,5 kg ) alle aus dem Po stammen, da ich mich in der Laichzeit der Waller mehr auf Carps konzentrierte. Die Zeiten am Fluss waren jedoch immer traumhaft und ich fiebere jedes Jahr auf eine Neues auf den Trip zu.

BerichtApril2010_01

Im Frühjahr 2008 lernte ich Jürgen kennen, der wie ich ein Wallerverrückter ist. Er fischt hauptsächlich im Grenzfluss March an der österreichisch-slowakischen Grenze. Der Fluss ist ca. 60-70 Meter breit im Schnitt 1,5-2,5 Meter tief und bildet ca. 80 Kilometer die Grenze zur Slowakei. Die March besitzt einige kleine Buhnen, viele kleine Löcher und Rinnen. Ein Traumrevier wie man es sich nur vorstellen kann.

Der Fluss ist seit eh und je als ein gutes Wallergewässer bekannt und bringt immer öfter Waller an der magischen Zweimetergrenze hervor. Ich besorgte mir die slowakische Fischerkarte und wir begaben uns auf die Wallerjagd am wilden Fluss. Im Zeitraum von Juli bis Ende September 2008 konnten wir noch zwölf Waller bis zu einer Länge von 1,5 Meter landen. 

Im Jahr 2009 fischte ich dann intensiver auf Waller in der March auf österreichischer Seite und konnte auch diesmal in der Saison von Juli-September zehn Welse bis 1,5 Meter zu einem Landgang überreden. Als die besten Montagen hat sich die U-Pose sowie Anbinden an Büschen und Bäumen bewährt. 

Doch blieb mir auch dort bis jetzt die Zweimetermarke verwehrt.

 Aufgrund der zahlreichen Forumseinträgen über Wallerangeln im Winter beschloss ich die Wallerjagd bereits im Jänner wieder zu beginnen.

Alle meine Anstrengungen blieben jedoch ohne Erfolg. Mein Gewässer dürfte wohl für die kalte Jahreszeit zu flach sein und die tieferen Löcher sind ohne Boot nicht erreichbar. Auch ist es nicht jedermanns Sache bei Minusgraden und Wind die Ruten zu schwingen. Es hat aber auch seinen besonderen Reiz.

 Den Po Trip 2009 verbrachte ich mit meiner Familie im Hochsommer im Wallerparadies. 40 Grad Luft und 30 Grad Wassertemperatur machten es mir nicht leicht die Waller zu stimulieren. Da mein 12 jähriger Sohn auch ein begeisterter Angler wird, habe ich mich diesmal mehr mit ihm um die Friedfische gekümmert. Muss sagen, da kann ich schon alle Tricks aus der Kiste holen um meinem Sohn die Stirn zu bieten. Wir konnten tolle Strecken an Brassen hinlegen. Die Brachsen waren zwischen 1-2 kg schwer und auf leichtem Gerät eine echte Abwechslung. Ca. 20-30 Stück konnten wir bei 2-3 stündlichem Ansitzen zum Landgang überreden. Da es unter Tags unerträglich heiß am Wasser war, legte ich die kurzen Walleransitze in die Nacht. Meine Ausdauer wurde dann auch noch mit einem Waller der Meter-Klasse belohnt. 

Da ich mit der durchschnittlichen Länge der Waller in meinem letzten Revier nicht zufrieden war, beschloss ich 2010 einem neuen Revier den Kampf anzusagen.

Ich wohne in der Nähe des „ Nationalpark Donauauen „ und entschloss mich, nach längerer Abstinenz wieder auf die Donau das Hauptaugenmerk zu legen.

Ebenso fixierte ich meinen Trip an den PO ins Wallerparadies von Bertl.

Am 09.04.2010, um 22.00 Uhr war es dann wieder soweit. Mit meinem Freund Klingi ging es ab in Richtung Italien.

Wir waren wie immer zu Früh im Camp und ruhten uns noch im Hafen ein wenig aus. Um 07.00 Uhr war aber dann auch Heiko vom Camp auf und wir hatten um 07.45 Uhr unser Boot übernommen und waren bereits mit kleinem Gebäck auf der Suche nach unserem ersten Platz für die ersten Tage. Der Po führte Normalwasser und war etwas eingetrübt. Auf der Insel bei der Gasleitung schlugen wir dann unser erstes Lager auf. Nun den Rest vom Hafen holen, Lager aufbauen und Köderfische fangen. Die Köderfische waren in Beißlaune und innerhalb kürzester Zeit hatten wir 10 Köderfische für die erste Nacht. So nun noch geeignete Steine für die Abrissmontagen suchen und dann das erste Mal auslegen. 2 Montagen am Stock brachten wir auch auf der seichten Innenseite der Insel aus, da die Brachsen bereits in Laichlaune waren.

 In der ersten Nacht war dann ein starker Sturm und Regen. Wir konnten jedoch 5 Bisse verzeichnen und die ersten beiden Waller in der 130er Klasse landen.

Für die erste Nacht nicht schlecht. Da wir nun Vertrauen in den Platz hatten, blieben wir noch weitere 2 Nächte. Wir konnten jede Nacht 2 Waller bis 140 cm landen. Wir fingen die Waller zum Teil auf Stecken- und Steinmontagen. Bei den Vörfächern vertrauten wir auf U-Posenmontagen. Als wir mehrere Fehlbisse mit Einzelhaken hatten, fischten wir nur mehr mit einem Zusatzdrilling. Daraufhin hatten wir keine Fehlbisse mehr. Als Köder wurden Brachsen bis 20 cm bevorzugt. Auf größere Köderfische bekamen wir keine Bisse. An Driftfischen war in den ersten 3 Tagen nicht zu denken, da starker Wind herrschte. 

Am vierten Tag entschlossen wir uns zu einem Platzwechsel. Wir verlegten unser Camp auf eine Insel im unteren Bereich des Reviers. Nach nur vier Stunden auf dem neuen Platz, konnten wir unseren nächsten Waller mit 130 cm landen. 

Der Platz war wohl OK und wir hofften auf die erste Nacht. Aber wir wurden enttäuscht. Nicht ein einziger Biss und diese Flaute zog sich auch für die nächsten 24 Stunden hin. Was war los ? Es kamen die ersten Zweifel. War es falsch zu wechseln ? Ich erkundigte mich am 6 Tag bei Bertl im Camp, ob auch die anderen Angler eine Bissflaute hätten. Er sagte mir jedoch, dass super gefangen wird und soeben eine neue Gruppe innerhalb der ersten 3 Stunden, 3 Waller bis 190 cm gefangen hätte. Die Großen Waller seien alle vollgefressen und liegen wohl in den Rinnen und Löchern ab. Wir sollten doch aktiv zu angeln beginnen. Gesagt getan, die Montagen wurde umgebaut und mit 4 Angeln ging es zum Drift und Vertikalangeln. Das restliche Lager mit Ruten und Zelten ließen wir zurück und fuhren nur in Sichtweite davon.

Wir versuchten unser Glück in einer langen Rinne bis 9 Meter. Wir angelten ca. 20 Minuten im ruhigeren Bereich, als ich plötzlich 2 kleine Zucker in meiner Angel wahrnahm. Ich hatte gerade die Angel in einen Rutenhalter gesteckt, um die zweite Angel einzurichten. Ich nahm die Rute wieder sofort aus dem Halter und in diesem Moment zog die Rutenspitze in Richtung Wasser. Ich setzte einen beherzten Anhieb und dann ging der Kampf an. Meine Black Cat Clonker bog sich im Halbkreis zum Wasser und der Fisch schwamm gegen die Flussrichtung. Mein Freund begann sofort zu filmen und ich steuerte das Boot über den Fisch. Ich wusste sofort, dass muss ein Großer sein. Der Fisch gab mir anfangs keine Möglichkeit Schnur einzuholen oder ihn vom Grund zu lösen. Er schwamm lediglich kurze Strecken und hielt unser Boot gegen die Strömung an der Stelle. Nach einigen Minuten begann er sich das erste Mal zu drehen. Dabei hoffte ich immer nur auf einem festen Sitz des Hakens. In den nächsten Minuten war es immer ein hin und her. Mal konnte ich 3-5 Meter Schnur einholen, dann zog er wieder auf den Grund. Nach 15 Minuten ließ er einige Blasenteppiche ab und zeigte sich das erste Mal an der Oberfläche neben dem Boot. Uns stockte der Atem. Dieser Fisch musste weit über 2 Meter haben. Was war das für ein Monster. Noch nie hatte ich einen so dicken Waller gesehen. Kurz darauf verschwand er wieder in der Tiefe. Nun gelang es mir aber immer wieder den Waller an die Oberfläche zu pumpen. Da ich leider meine Handschuhe im Hafen vergessen hatte, konnten wir unsere Hände für die Landung nur mit Küchentüchern schützen. Wir brauchten 5 Versuche um den Fisch zu stabilisieren und fest im Maul zu haben. Mit vereinten Kräften konnten wir dann den Waller ins Boot ziehen. Dann war es soweit, der riesige Körper gleitete ins Boot. Ich konnte den Fisch das erste Mal in seiner vollen Pracht sehen und schrie mein ganzes Glück heraus. Wir verständigten dann den Bertl im Camp und fuhren zu einer geeigneten Stelle um den Fisch zu vermessen und zu wiegen. 

Das Maßband zeigte 234 cm und das Wiegen ergab ein Gewicht von unglaublichen 110 kg. Der komplette Vorgang des Messens und Wiegens wurde gefilmt. Ich war überglücklich. Anschließend wurde der Waller wieder langsam in sein Element entlassen. 

Ich konnte es nicht fassen. Nach 8 Jahren harter Arbeit und unzähligen Stunden am Wasser hatte ich es geschafft. Es war vollbracht. Ich verständigte sofort unzählige Freunde und wir feierten in den Abend hinein. Auf ein Auslegen der Ruten in der Nacht war natürlich nicht mehr zu denken. Am nächsten Tag fuhren wir noch zu einer kleinen Drifttour und konnten noch 3 Fehlbisse verzeichnen. Da jedoch der „ Dampf“ draußen war entschlossen wir uns früher abzureisen. Am Freitag Nachmittag gaben wir dann das Boot zurück, verabschiedeten uns und fuhren überglücklich nach Hause. BerichtApril2010_05
Aufgrund der zahlreichen 2 Meter Waller der letzten Zeit im Wallerparadies kann man getrost sagen, dass das Delta "zurück" ist und es sind wieder viele Fische vorhanden. Wegen dem starken Futterfischvorkommen sind die Waller vollgefressen und die großen sind nicht leicht zu einem Biss zu überlisten. Man sieht aber wieder viele Waller auf dem Echolot und hört sie auch in der Abenddämmerung und Nacht rauben. Das aktive Fischen auf Waller hat sich stark bewährt und es konnten auch viele Fische in der Mittelklasse zwischen 140-190 cm gefangen werden.

BerichtApril2010_03

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Ich kann euch für euren Angelurlaub nur das Wallerparadies von Bertl empfehlen. Dort hat jeder die Chance den Fisch seines Lebens zu fangen.

Ich wünsche euch allen noch ein erfolgreiches Jahr und jedem dem Fisch seines Lebens.

Petri Heil !

Mario P.

 
Fotos

 

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